Landingpage fürs Autohaus: Eine Kampagne, ein klarer Weg
Eine Landingpage für eine Autohaus-Kampagne soll den Besucher von einem konkreten Interesse zum passenden nächsten Schritt führen. Dafür braucht sie eine klare Verbindung zur Anzeige. Wenn dort ein bestimmtes Fahrzeugangebot, eine Probefahrt oder eine Gewerbekundenleistung angekündigt wird, sollte die Zielseite genau diese Erwartung aufnehmen.
Nicht jede Kampagne benötigt eine neue Website. Eine gute bestehende Fahrzeugdetail- oder Leistungsseite kann die Aufgabe bereits erfüllen. Eine eigene Landingpage lohnt sich, wenn ein spezifisches Anliegen auf der Hauptwebsite zu schwer verständlich wird oder mehrere unpassende Wege miteinander konkurrieren.
Die Seite mit einer Frage prüfen
Was soll die Person auf dieser Seite entscheiden können? Bei einer Probefahrt geht es etwa darum, ob das Fahrzeug interessant ist und wie ein Termin zustande kommt. Bei einer Fuhrparkanfrage muss erkennbar sein, für welche Betriebe die Leistung passt und wer das Gespräch führt.
Diese Frage hilft beim Kürzen. Unternehmensgeschichte, alle Standorte und sämtliche Dienstleistungen müssen nicht gleich viel Raum erhalten. Erforderliche Orientierung und rechtliche Informationen bleiben trotzdem erreichbar. Konzentration bedeutet nicht, Bedingungen oder Identität des Anbieters zu verstecken.
Ein Aufbau in sechs Schritten
Beginne mit einer Überschrift, die das Angebot klar benennt. Danach folgen die wichtigsten Bedingungen, der konkrete Nutzen, nachvollziehbare Belege, der Ablauf nach der Anfrage und ein geeigneter Kontaktweg. Die Reihenfolge kann je nach Angebot variieren, aber keine dieser Aufgaben sollte ungeklärt bleiben.
- Überschrift: Worum geht es und für wen ist es gedacht?
- Angebot: Welche Variante und Voraussetzungen gelten?
- Nutzen: Welche relevante Frage wird beantwortet?
- Belege: Was kann der Besucher tatsächlich überprüfen?
- Ablauf: Was passiert nach dem Absenden?
- Kontakt: Welcher nächste Schritt passt zur Situation?
Ein Foto des angebotenen Fahrzeugs ist beispielsweise ein anderer Beleg als ein allgemeines Markenbild. Ein benannter Ansprechpartner kann die Erwartung an den Rückruf konkretisieren. Erfundenes Kundenlob oder nicht nachvollziehbare Ergebniszahlen gehören nicht auf die Seite.
Das Formular als Übergabe gestalten
Der Zweck eines Formulars ist nicht, möglichst viele Felder zu füllen. Es soll Kontakt ermöglichen und entscheidende Informationen in den nächsten Arbeitsschritt bringen. Frage deshalb nach Angaben, die der Verkauf tatsächlich nutzt, und erkläre den Kontaktzweck verständlich.
Ein Anwendungsszenario: Eine Kampagne bewirbt eine Probefahrt. Ein unverbindlicher Terminwunsch ist hilfreich, darf aber nicht als bestätigter Termin dargestellt werden, wenn das Team ihn erst prüfen muss. Auch die Bestätigungsnachricht muss diese Unterscheidung verständlich machen. Ein freundliches Danke allein lässt den Interessenten sonst im Unklaren.
Smartphone-Prüfung vor dem Start
Öffne die veröffentlichte Seite auf einem echten Smartphone. Ist die zentrale Aussage ohne mühsames Suchen erkennbar? Lassen sich Bedingungen lesen? Funktionieren Formular, Telefonnummer und Bestätigung? Geht die Anfrage tatsächlich beim richtigen Team ein?
Testet außerdem die Übergabe: Sind Quelle, Fahrzeug und Antworten im System vorhanden? Wer sieht den Eingang? Eine optisch gute Seite mit fehlerhafter Zustellung kann Marketingbudget verbrauchen, ohne einen brauchbaren Kontakt zu erzeugen. Die Seite ist erst fertig, wenn dieser Weg funktioniert.
Für neue Geschäftsfelder anders entscheiden
Wenn ein Autohaus eine zusätzliche Autovermietung oder Fahrradaktivität testet, stellt sich auch die Frage nach einer eigenen Website. Diese Entscheidung behandelt der Beitrag Unterseite oder eigene Website für neue Geschäftsfelder. Ein Kampagnentest und ein dauerhaft eigenständiger Geschäftsbereich brauchen nicht zwangsläufig dieselbe Lösung.
Erfolg entlang des nächsten Schritts messen
Vergleiche Seitenbesuche nicht direkt mit Verkäufen, ohne die Zwischenstufen zu betrachten. Prüfe Formulareingänge, Erreichbarkeit, passende Gespräche und Termine. Ein Formular mit weniger Eingaben kann mehr Kontakte liefern, aber die Qualität muss anschließend gemeinsam mit dem Verkauf bewertet werden.
Der Beitrag zu unpassenden Leads hilft bei der Diagnose. Eine Landingpage ist damit ein konkreter Baustein im Autohaus‒Marketing: Sie verbindet das Versprechen der Werbung mit einer nachvollziehbaren Beratung.
Autor: Paul Merthen · Head of Sales & Marketing bei Sales Quality. Die Anwendungsszenarien und Rechenbeispiele in diesem Beitrag dienen der Veranschaulichung; sie sind keine dokumentierten Kundenergebnisse.